Wildschweingulasch

Zutaten:

 

Für den Fond:

Abschnitte und Knochen vom Zerwirken

3 l Wasser

1 Bund Suppengrün

2 Zwiebeln

Salz, Pfeffer, Thymian

 

Für das Gulasch:

1kg Wildschweingulasch

4 Karotten

2 Zwiebeln

kleine, feste Champignons

2 Zehen Knoblauch

Salz, Pfeffer, Thymian

Öl

Schwarzwildfond

 

Zubereitung:

Am Vortag aus den Abschnitten, Knochen und Gewürzen einen Fond kochen (je länger der Fond leise köchelt desto besser), abseihen, kühl stellen.

 

Das Gulasch portionsweise im heißen Öl kräftig anbraten, die geputzten und in Scheiben geschnittenen Karotten, die geschälten und geachtelten Zwiebeln, den Knoblauch und die Pilze zum Fleisch geben und etwas Farbe nehmen lassen. Mit Salz, Pfeffer, Thymian würzen, mit dem Fond auffüllen bis das Fleisch bedeckt ist. Röststoffe  vom Bräter loskochen lassen, abdecken und bei 160-180 Grad Ober/Unterhitze gar schmoren lassen.

 

Bei Bedarf nochmals abschmecken, nach Wunsch das Gulasch binden, mit Schmand verfeinern und Holunderblütengelee abrunden.

Dazu passen Kartoffelknödel „halb und halb“ und Apfelrotkohl mit Holunderblütengelee

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Das-kleine-Jägerrecht-süß-sauer

Zutaten für die Innereien:

Herz, Niere, Leber, Lunge von Reh/Rot/Dam oder Schwarzwild

1 Bund Suppengrün (1 Karotte, 1 Zwiebel, Stück Lauch, Stück Sellerie, Petersilie)

Wasser, Essig, Salz, Pfeffer, Prise Thymian, 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren

Zutaten für die Soße:

Butter, Zwiebel, Mehl, brauner Zucker, etwas gekörnte Brühe

Zubereitung:

Aus dem Suppengrün, Wasser und Gewürzen einen saueren Sud herstellen. Das Herz und die Lunge in den kalten Sud einlegen, zum Kochen bringen und etwa 1-1,5 Stunden bei mäßiger Hitze vor sich hin kochen lassen. Während der Zeit die Nieren halbieren, das Nierenbecken sauber entfernen und die Nieren in Wasser oder Milch einlegen. Die Leber wenn noch nicht geschehen, vorsichtig! von der Gallenblase (bei Schwarzwild) befreien. Sind Herz und Lunge gar, beides entnehmen, auskühlen lassen, die Lunge von großen Bronchialästen befreien. Herz und Lunge in kleine Würfel schneiden. Nun in dem Sud die Leber und die Nieren garziehen lassen und wie Herz und Lunge nach dem Auskühlen klein schneiden. Den Sud abseihen und beiseite stellen. 

Für die Soße die Zwiebel fein reiben und bei sanfter Hitze in der Butter glasig dünsten. Hitze erhöhen, das Mehl dazu geben und unter ständigem rühren eine dunkle Einbrenne herstellen. Dabei ist Vorsicht angesagt denn zuerst bleibt das Mehl ewig lange bleich um dann blitzartig zu verbrennen.

Ist die gewünschte Farbe erreicht, den Topf vom Herd nehmen und mit einer großen Tasse kaltem Wasser ablöschen und klattrühren. Dann nach und nach den Kochsud zugeben bis die gewünschte Sämigkeit entstanden ist. 5 Minuten unter rühren ganz wenig blubbern lassen. Mit Zucker, der gekörnten Brühe und evtl Salz-Pfeffer-Essig abschmecken. Die gewürfelten Innereien in der Soße kurz erhitzen.

Dazu Kartoffelbrei und Salat 

 

 

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3-Jahre-lernt-der-Hund,-3-Jahre-jagt-der-Hund-und-3-Jahre-wird-er-alt

Juni 2010

Nun ist es nicht mehr schön zu reden, es wird überdeutlich, mein Seelenhund Csillag wird alt. Erste Zipperlein stellen sich ein, die grauen Haare werden rasant mehr und im Haus ist er mittlerweile ein sehr ruhiger Geselle der viel schläft und von wilder Hopserei so gar nichts hält. Manchmal läßt er sich herab und tobt kurz mit Eywa durch den Garten, das ist ein sehr schönes Bild.

Draußen aber ist er nach wie vor nur mit 2 Gängen unterwegs. Schnell und schneller. Danach aber merkt man die Zipperleins. Schonen werd ich den Buben nur bedingt denn nimmt man ihm die Freiheit sich zu bewegen so nimmt man ihm seine Seele.

Ich würde mich sehr freuen wenn ich meinem kleinen Helden noch ein paar schöne Jagdjahre mit viel Beute und glücklichen Momenten gönnen könnte.

 

Juli 2010

Lange habe ich mir diesen Schritt überlegt, "Für`s und Wider`s" gegenüber gestellt, Bedenken über Bord geworfen, doch wieder gezweifelt, mich aber letzendlich vorerst für einen Weg entschieden.

Es wird nicht mehr sehr lange dauern dann wird klein Eywa das erste mal läufig. Da ich die Hunde im Haus nicht sicher trennen kann wurde Csillag kastriert. Vorerst "nur" chemisch mit dem Chip doch sollten sich für Csillag durch die Kastration Vorteile zeigen so bin ich auch bereit ihn abschießend manuell kastrieren zu lassen. Doch soweit sind wir noch lange nicht. Jetzt muss der Chip erst mal Wirkung zeigen, dann möchte ich sehen in welche Richtung sich Csillags Verhalten verändert, falls es das tut. Erst dann fällt eine entgültige Entscheidung über seine Murmelchen.

Die Hitze der letzten Wochen hat dem Buben zugesetzt. Obwohl wir in den frühsten Morgenstunden draußen waren und das Haus eigentlich angenehm kühl war brauchte er immer sehr lange um wieder zu Atem zu kommen. Schwimmen gehen klappte nur bedingt, denn durch die Hitze kippte irgendwann "unser" Weiher und die nächste Gelegenheit zur erlaubten Abkühlung war mir bei der Hitze zu weit zum Fahren. Jetzt wo es wieder kühler ist, geht es ihm bedeutend besser.

 

August 2010

Woche 2 der seit der chemischen Kastration.

Ich bilde mir ein, erste Veränderungen bei Csillag fest zu stellen. Die Hoden werden kleiner, verändern die Konsistenz wie ich meine. Der bei intakten Rüden gerne vorkommende "Rüdentripper" ist fast gänzlich verschwunden obwohl Csillag die Vorhautentzündung nie besonders stark ausgeprägt hatte.

Sein Markierverhalten ändert sich. Es wird mehr gepinkelt anstatt mal hier mal da markiert. Eywa`s Urin wird langsam uninteressant. Manchmal testet Csillag den Urin und steht dann da als wüßte er grad nicht warum er das eigentlich tut.

Sein Revierverhalten wird ausgeprägter. Nähern sich fremde Hunde seinem Auto, so tobt er wie schon lange nicht mehr. Angeblich soll das nur eine vorrübergehende Steigerung von vorhandenem Verhalten sein. Ich werde das im Auge behalten denn das gefällt mir so nicht. Sein Getobe steckt auch Eywa an und ein Säbelzahntiger reicht mir eigentlich.

 

Woche 4 seit der Kastration

Csillag`s Hoden sind auf die Hälfte der ursprünglichen Größe geschrumpft. Er markiert so gut wie nicht mehr sondern pinkelt richtig. Er prollt sehr heftig, sogar Menschen die er aus dem Auto heraus sieht werden angemault. Entweder ist das eine vorläufige Nebenwirkung der Kastration oder er schaut sich den Unfug von Eywa ab. Die ist zur Zeit extrem "meldefreudig" und führt sich teilweise im Auto auf wie eine ganz große. Das gefällt mir ü-ber-haupt nicht. Mal überlegen wie dem bei zu kommen ist.

Die größte Veränderung bemerke ich im Moment an seinem Fressverhalten. Csillag war nie ein Hund den man mit Fressen besonders beeindrucken konnte. Er fraß weil er nicht verhungern wollte, genauso viel wie unbedingt nötig aber kein Gramm mehr. Noch dazu war er mäkelig und hatte ein äußerst instabiles Verdauungssysthem.

Derzeit entwickelt er sich zu einer wahren Fressmaschin. Unglaublich wie gut auf einmal das TroFu schmeckt und wie schnell man doch den Napf leer bringt. Noch ist das okay denn dem Bub schaden 5kg mehr ganz bestimmt nicht und ich freu mich das er so gut frißt. Ich muss nur sehen das ich rechtzeitig auf die Futterbremse trete denn all zu schwer sollte Csillag wegen seiner Arthrose nicht werden.

 

 

 

 

 

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Holunderblütengelee

Zutaten: 

Ca. 35 Holunderdolden mit so wenig Stiel wie möglich

Gelierzucker im Verhältnis 1:1,  6 TL Gelierpulver

1,5l kochendes Wasser  (nach Wunsch kann 1/3 des Wasser`s durch Apfelsaft ersetzt werden)

Saft von 1 ½ Zitronen

 

Zubereitung:

 

Die frisch gezupften Holunderdolden mit 1,5l kochendem Wasser übergießen und mindestens über Nacht ziehen lassen.

Den Sud durch ein feines Sieb gießen, den Zitronensaft dazu geben und ggf wieder auf 1,5l auffüllen.

Zusammen mit dem Gelierzucker und Gelierpulver wie üblich verarbeiten und in heiße Gläser abfüllen

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Holunderblütengelee

Zutaten: 

Ca. 35 Holunderdolden mit so wenig Stiel wie möglich

Gelierzucker im Verhältnis 1:1,  6 TL Gelierpulver

1,5l kochendes Wasser  (nach Wunsch kann 1/3 des Wasser`s durch Apfelsaft ersetzt werden)

Saft von 1 ½ Zitronen

 

Zubereitung:

 

Die frisch gezupften Holunderdolden mit 1,5l kochendem Wasser übergießen und mindestens über Nacht ziehen lassen.

Den Sud durch ein feines Sieb gießen, den Zitronensaft dazu geben und ggf wieder auf 1,5l auffüllen.

Zusammen mit dem Gelierzucker und Gelierpulver wie üblich verarbeiten und in heiße Gläser abfüllen

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Sarcoptesräude-und-die-Folgen

Sonntag im Revier an der Jagdhütte: Das Gelände ist umzäunt, am Zaun entlang wachsen Brombeeren, wilde Himbeeren und diverses anderes Gesträuch und Gestrüpp. Für den Menschen besteht fast kein Vorwärtskommen mehr. Beide Hunde bewegen sich frei auf dem Gelände. Aus dem Augenwinkel seh ich Csillag in dem Gesträuch ganz kurz mit gesträubtem Fell vorstehen dann springt er ein, ein kurzer Quieker und er bringt mir einen Fuchs. Komplett abgemagert, räudezerfressen, abartig stinkend. Fähe, Gesäuge vorhanden, zum Platzen gefüllt, steinhart-die war schon lange nicht mehr bei den Welpen, wer weiß ob die überhaupt noch leben.
Menno, wo und wie um alles in der Welt sucht und findet man in 500ha Wald einen ganz bestimmten Bau um die Welpen, falls sie noch leben, (was ich am Zustand der Fähe eigentlich fast ausschließe) nicht länger leiden zu lassen?

Csillag verbrachte Sonntag lange Zeit in der Badewanne und trotzdem stinkt er immer noch nach Fuchs und Krankheit. Vorsorglich haben wir ihn gleich eine Ladung Gift ins Genick geträufelt. Räude im Haus brauch ich nun wirklich nicht auch noch

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Sarcoptesräude-und-die-Folgen

Sonntag im Revier an der Jagdhütte: Das Gelände ist umzäunt, am Zaun entlang wachsen Brombeeren, wilde Himbeeren und diverses anderes Gesträuch und Gestrüpp. Für den Menschen besteht fast kein Vorwärtskommen mehr. Beide Hunde bewegen sich frei auf dem Gelände. Aus dem Augenwinkel seh ich Csillag in dem Gesträuch ganz kurz mit gesträubtem Fell vorstehen dann springt er ein, ein kurzer Quieker und er bringt mir einen Fuchs. Komplett abgemagert, räudezerfressen, abartig stinkend. Fähe, Gesäuge vorhanden, zum Platzen gefüllt, steinhart-die war schon lange nicht mehr bei den Welpen, wer weiß ob die überhaupt noch leben.
Menno, wo und wie um alles in der Welt sucht und findet man in 500ha Wald einen ganz bestimmten Bau um die Welpen, falls sie noch leben, (was ich am Zustand der Fähe eigentlich fast ausschließe) nicht länger leiden zu lassen?

Csillag verbrachte Sonntag lange Zeit in der Badewanne und trotzdem stinkt er immer noch nach Fuchs und Krankheit. Vorsorglich haben wir ihn gleich eine Ladung Gift ins Genick geträufelt. Räude im Haus brauch ich nun wirklich nicht auch noch

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Wildschweinrücken-in-der-Kräutersenfkruste

Zutaten:

Ein Stück Wildschweinrücken mit Fettschicht für 4 Personen

Salz, Pfeffer

scharfer Senf, Öl, Thymian, Mayoran, Petersilie, Semmelbrösel

2 Zwiebeln, 3 Zehen Knoblauch, ein Stückchen Lauch handvoll Kirschtomaten, optional Waldpilze

Wildschweinfond (ersatzweise Rinderbrühe oder Brühwürfel)

1kg Broccoli, 1 schön großer Schnitz Butter, 100g gehackte Mandeln

Zubereitung:

Den Wildschweinrücken vom Knochen lösen. Die Knochen hacken und zusammen mit den Fleischabschnitten des Rückens mit Salz und Pfeffer würzen und in der Fettpfanne vom Backofen ohne Zugabe von Fett anrösten.

Während dessen eine Zehe Knoblauch schälen und in Stifte schneiden. In die Fettschicht des Rückens kleine Taschen schneiden, in die Taschen den Knoblauch stecken. Den Rücken gut mit Salz und Pfeffer würzen, die angerösteten Knochen zur Seite schieben und den Rücken mittig in die Fettpfanne legen. Die Knochen um den Rücken verteilen. Nach ca 30-40 Minuten den restlichen Knoblauch, die geschälten und geachtelten Zwiebeln, die halbierten Tomaten und den in Stücke geschnittenen Lauch zufügen. Nach weiteren 20 Minuten schluckweise den Fond oder die Brühe angießen. Es soll nur soviel Flüssigkeit in der Pfanne sein das ein Anbrennen der Knochen und des Gemüses verhindert wird.

In der Wartezeit aus Sef, Öl, Thymian, Mayoran, Petersilie, Salz und Pfeffer die Kräuterpaste zusammen rühren.

Ist die Kruste des Rückens schön braun geworden die Fettpfanne aus dem Ofen nehmen. Den Wildschweinrücken auf den Grillrost legen, mit der Kräuterpaste bestreichen und bis zum gewünschten Bräunungsgrad der Kruste gratinieren, Während des gratinierens die Fettpfanne mit den Knochen und dem Gemüse bitte wieder in den Ofen unter das Grillrost stellen.

Den fertig gratinieren Rücken aus dem Ofen nehmen und kurz ruhen lassen. Den Inhalt der Fettpfanne durch ein Sieb schütten und die Sauce je nach Vorliebe mit Preiselbeeren und Kräutern sowie Salz und Pfeffer falls nötig abschmecken. Nach Belieben die Sauce etwas eindicken.

Für den Broccoli der in Salzwasser bissfest gegart wurde, in einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen und die gehackten Mandeln Farbe nehmen lassen.

Den Schweinerücken nun in Scheiben schneiden und es sich schmecken lassen

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Sauen-”am-Berg”

Eine unserer Ansitzeinrichtungen heißt "am Berg". Geschlossene Kanzel, mit ca 4000qm Wildacker davor, 3 seitig umschlossen von einer Buchenverjüngung die das ganze Areal sanft ansteigend wie ein Wall umgibt. Seit ein paar Wochen treiben sich zwischen 3 und 5 Überläufern konstant "am Berg" rum. Regelmäßig findet man frische Losung, als der Schnee noch lag fand man die Fährten, der Wildacker wird Stückchen für Stückchen auf links gedreht, die Kirrung bleibt erstaunlicher Weise unangetastet. Zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten tauchen die Schwarzkittel dort auf. Sie wurden Morgens, Vormittags, Nachmittags gesichtet, oder kommen mitten in der Nacht. Sie kommen wie üblich immer dann wenn dort niemand von uns ansitzt. 

Gestern fand ich wieder frische Losung und ein paar mehr frische Wühlstellen, die Kirrung war angenommen. So beschließe ich denn mal zu einer ganz unkonventionellen Zeit anzusitzen. Punkt 01.00 sitze ich in der Kanzel, bereit bis 05.30 zu bleiben. Dann beginnt der Berufsverkehr, viele LKW`s fahren zur Bauschuttdeponie und in die nahe gelegene Sandgrube. Ansitzen macht dann keinen großen Sinn mehr. 

Dank Halbmond habe ich ausreichend Licht, trotz seiner flachen Umlaufbahn ist es hell genug um einer Sau auf 30 Meter einen sicheren Schuß anzutragen. Die Nähe der "am Berg" zur Zivilisation mit all ihren Lichtern tut ihr Übriges und erweißt sich in dieser Situation als willkommene Hilfe.

Kurz nach meinem Einzug "am Berg" höre ich Schritte im Laub der Buchenverjüngung. Es dauert fast eine halbe Stunde bis sich der Verursacher aus seiner Deckung traut und auf dem Wildacker erscheint. Es ist ein Rehbock. Ein propperes Kerlchen. Der Winter scheint ihm nicht viel ausgemacht zu haben. Obs ein junger oder ein alter ist? Wer weiß das schon so genau. Er schlendert über die durch den Winter abgestorbene Äsungsfläche, zupft mal hier, schlägt mal da etwas Äsung frei. Er verschwindet wieder in der Verjüngung, taucht wieder auf, völlig vertraut äst er vor sich hin bis er entgültig verschwindet. 

Nach dem Abzug des Bockes dauert es nicht lange bis ich wieder etwas höre. Ein Rascheln und Kruscheln, Äste brechen, immer näher kommt das Geräusch, ich höre wie "Jemand" schmatzt. Nur nicht bewegen jetzt. Erstarrt sitz ich da und lausche, versuche das Geräusch besser zu lokalisieren. Plötzlich ist alles wieder ruhig. Ich bleibe angespannt und harre der Dinge. Als ich schon nicht mehr damit rechne den Verursacher dieser sehr vielversprechenden Laute zu Gesicht zu bekommen, fällt plötzlich und unvermutet ein rießengroßer, dicker Dachs aus der Dickung links von mir und geht im Wildacker auf Nahrungssuche. Der Dachs ist so kräftig das er es sogar schafft die schwere Kirrtrommel zu bewegen. Auch er scheint den Winter ohne groß Hunger zu leiden überstanden zu haben. Ein wunderschöner Bursche so ein Dachs. Nichts desto trotz, sobald Dachse wieder Jagdzeit haben wartet mein Räucherofen darauf einen Dachsschinken zu produzieren…Lange Zeit leistet mir Herr Grimmbart Gesellschaft. Kruschelt mal hier, schmatzt mal da. Irgendwann entfernt sich sein Schmatzen und Kruscheln und es wird wieder still "am Berg". 

War es das dann? Ein Blick auf die Uhr sagt mir das es exakt 04.15 ist. Ein wenig Zeit bleibt noch. Ein leichtes Lüftchen kommt auf, Gott sei Dank nicht zu meinen Ungunsten, eine Amsel beginnt plötzlich empört Zeter und Mordio zu schlagen und ich kipp vor Schreck fast vom Sitzbrett. Komisch, als der Dachs so brachial aus dem Gesträuch gebrochen kam bin ich weit weniger erschrocken wie jetzt als diese Amsel plötzlich Alarm schlägt. Liegt bestimmt daran das man in der Nacht mit einem eher dämmerungs/nachtaktivem Tier wie der Dachs einer ist wohl eher rechnet und sich gedanklich darauf einstellt als mit einer tagaktiven Amsel. 

Das Gezeter der Amsel zu nachtschlafender Zeit hat einen Grund. Der Grund ist lang, schmal, ist rot und etwas zerzaust, hat spitze Ohren und eine schöne, buschige Lunte. Reinecke schaut mal vorbei. Dem Fell nach zu urteilen eine säugende Fähe. Das die jetzt schon ihre Welpen verläßt und selbst auf Beutezug geht? Ist`s doch ein Rüde der sich schon im Fellwechsel befindet oder gar räudig ist? Egal was es ist, Fuchs ist jetzt tabu solange er nicht komplett räudezerfressen und somit schwer krank ist. Seelenruhig mäuselt er auf Schrotschußdistanz vor sich hin. Ein wenig grummel ich ja schon. Den ganzen letzten Herbst/Winter hab ich auf so eine Möglichkeit gehofft und gewartet, brauch ich doch immer noch einen gesunden Schrotfuchs für meinen 4-läufigen Nachwuchs. Gleichzeitig muss ich auch schmunzeln über seine Mäuselsprünge. Er macht auch Beute, die er seelenruhig, mit dem Blick zu mir, verspeist.  Über das Füchslein habe ich völlig die Zeit vergessen.

Als die ersten gefiederten Frühboten den Beginn des neuen Tages einleiten und es langsam heller zu werden beginnt, schaue ich auf meine Uhr. 05.35, Zeit abzubaumen und "am Berg" für dieses mal den Rücken zu kehren.  Eine schöne Ansitznacht ohne Beute doch trotzdem irgendwie erfolgreich geht zu Ende. Mögen noch viele Nächte dieser Art folgen. 

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Einzelne-Vorstehbilder

Fasan  Hase

 

Rebhühner 

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